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Madagaskar Mit Vanille gegen Armut und gesellschaftliche 2015
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Madagaskar
Mit Vanille gegen Armut

Ob Plätzchen, Stollen oder Schokolade - in vielen Weihnachtsleckereien steckt Vanille.

Neben Safran gehört sie zu den teuersten Gewürzen der Welt und trägt deshalb in Madagaskar auch den klangvollen Namen "Königin der Gewürze". Knapp 80 Prozent der weltweit verkauften natürlichen Vanille kommen aus dem Inselstaat vor der ostafrikanischen Küste, vor allem aus der fruchtbaren Sava-Region im Norden des Landes. Und doch bleibt den Bauern, die das Gewürz vor Ort anbauen, nur ein kleiner Teil der Gewinne.

"Da die Bauern kaum andere Feldfrüchte anbauen, sind sie von den Erträgen aus dem Vanilleanbau hochgradig abhängig", sagt Alan Walsch, Landesdirektor der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Madagaskar. Die Preise auf dem Weltmarkt schwanken stark. Viele junge Menschen sehen daher in der Landwirtschaft keine Perspektive mehr und wandern in die Städte ab. "Dort erwartet sie aber oft eine ungewisse Zukunft", so Walsch. "Deswegen arbeiten wir daran, die Lebensbedingungen der Bauern direkt vor Ort zu verbessern."

Mehr Einkommen durch verbesserte Anbaumethoden

Im Jahr 2014 hat die GIZ dazu im Auftrag der Bundesregierung eine Kooperation mit dem Lebensmittelhersteller Unilever und dem deutschen Hersteller für Duft- und Aromastoffe Symrise auf die Beine gestellt. Die GIZ und ihre Partner arbeiten mit rund 4'000 Bauern in der Sava-Region zusammen, die Vanille an Symrise liefern. Das Unternehmen gewinnt daraus Vanilleextrakt und verkauft es unter anderem an den Lebensmittelhersteller Unilever, der es zu Produkten für den deutschen und internationalen Markt weiterverarbeitet.

Mit Unterstützung der GIZ haben sich die Bauern in der Sava-Region zu Erzeugergemeinschaften zusammengeschlossen, durch die sie ihre Interessen vertreten und beispielsweise Preise mit Symrise verhandeln. Mitglieder der Erzeugergemeinschaften erhalten ausserdem regelmässige Trainings zu Anbautechniken. Mit den neu gelernten Methoden können sie ihre Erträge erhöhen und so mehr verdienen.

"Es geht uns bei unserer Arbeit aber auch darum, dass die Bauern weniger abhängig von der Vanille sind", erklärt Walsch. Die Erzeugergemeinschaften erhalten deshalb auch Trainings für den Anbau von Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten. "So können sie sich das ganze Jahr mit Lebensmitteln versorgen", so der GIZ-Experte.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen. Sie unterstützt die Bundesregierung in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und in der internationalen Bildungsarbeit. Die GIZ trägt dazu bei, dass Menschen und Gesellschaften eigene Perspektiven entwickeln und ihre Lebensbedingungen verbessern.

Quelle: Text Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Dezember 2015

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Aufwändiger Vanilleanbau
Vanille ist eine Orchideenart, welche als Kletterpflanze mit Vorliebe im dichten Urwald gedeiht. Es dauert drei Jahre, bis die junge Vanillepflanze das erste Mal blüht. Damit die Vanilleschoten heranwachsen können, muss jede einzelne Vanilleblüte von Menschenhand bestäubt werden. Die auf die Bestäubung der gelbgrünen Vanilleblüte spezialisierten Bienen- und Kollibriarten leben ausschliesslich in Zentralamerika. Die Blüten einer einzelnen Vanillepflanze blühen nacheinander auf. Eine Blüte öffnet sich jeweils für wenige Stunden. Anschliessend verwelkt sie wieder. In diesen wenigen Stunden bestäubt der Plantagenbesitzer oder einer seiner Mitarbeiter die Blüte mit einem Holzstäbchen, indem er die Blütennarbe anhebt und die Pollen sorgfältig auf die Spitze der Narbe drückt. Der Vanilleanbau ist sehr aufwändig und wirft einen eher geringen finanziellen Ertrag ab. Die Vanillepreise schwanken auf dem Weltmarkt ausserordentlich stark. Der Preis kann sich beispielsweise von 500 US$/kg in einem kurzen Zeitraum auf 20 US$/kg zurückbilden. Dir Vanillebauern können daher nicht auf ein geregeltes Einkommen verlassen. Die meisten betreuen neben dem Vanilleanbau auch eigene Reiskulturen.

Der Reisanbau benötigt gerodetes, offenes Ackerland. Die Vanillepflanze liebt den ungerodeten Urwald. Der Reisanbau laugt ohne geeignete Massnahmen die Böden aus. Nach einigen Jahren müssen die Reisbauern daher eine neues Stück Urwald für die Reisanpflanzungen roden. Sie sind gezwungen den idealen Lebensraum für die Vanillepflanzen zu vernichten.

Die Vanillebauern binden sich üblicherweise nicht an einen bestimmten Zwischenhändler. Von Jahr zu Jahr verhandeln sie neu über den Verkauf ihrer Ernte. Die Qualität der Ernte bestimmt selbstverständlich den Preis der Vanilleernte. Die fermentierte, schwarze Vanilleschote erhält einen besseren Preis als die unbearbeitete grüne Schote. Für die meisten Bauern ist das Fermentieren zu aufwändig. Aus Geldnot müssen zahlreiche Bauern ihre Vanilleernte oft zu früh verkaufen. Die nicht ausgereifte Ware bringt einen tieferen Ertrag. Ausserdem ist es für die Bauern oft nicht ersichtlich, ob sie einen fairen, angemessenen Verkaufspreis erhalten.

Vier Fünftel der weltweit verkauften Vanille stammt aus Madagaskar. Die in Madagaskar produzierte "Bourbon"-Vanille wird geschätzt. Die grossen Abnehmer bezahlen für diese Vanilleart in der Regel einen hohen Preis. Wie bei den meisten auf dem Weltmarkt verkauften Agrarprodukte erhalten die Vanilleproduzenten in Madagaskar nur einen kleinen Prozentsatz am Verkaufserlös, welche die vielen Zwischenhändler aim internationalen Vanillehandel erwirtschaften.

Zahlreiche Vanillebauern in Madagaskar haben sich nun in Kooperativen organisiert. Die Kooperative vertritt die angeschlossenen Kleinbauern gegenüber den Grosshändlern, was die Preisverhandlungen vereinfacht. Grosshändler haben ausserdem ein Interesse daran, mit möglichst wenigen Verkäufern zu verhandeln und mit diesen langfristige Verträge abzuschliessen.

Die Mitglieder der Kooperativen helfen sich auch gegenseitig bei der Bewachung der tief im Urwald angelegten Vanilleplantagen.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), akzente: VANILLEANBAU AUF MADAGASKAR - FÜR EIN BESSERES LEBEN, 2015
Text: RAOnline
Vanille

Die Vanille gehört als Orchideenart zu den Epiphyten. Die Früchte (= Vanilleschoten) der Flachblättrigen Vanille (Vanilla planifolia) enthalten einen Milchsaft, welcher sich beim Reifen der Frucht durch Fermentation in eine schwarzbraune Masse mit intensivem Geruch (= Vanillegeruch) verwandelt.

Vanille wächst im tropischen Amerika (Mexiko), Madagaskar, Mauritius, Réunion sowie in Indonesien. Der Vanilleanteil in der Madagaskar-Vanille ist bis gegen 2,5%. In Mexiko, dem Usprungsland der Pflanze, beträgt die Vanillekonzentration lediglich etwa 1,7%.

Der Aromastoff in der Vanille ist Vanillin.

Vanillin (= 3-Methoxy-4-oxy-benzahldehyd) ist chemisch ein Aldehyd. Aldehyde sind Alkohole, welchen der Wasserstoff entzogen wurde. Die aromatischen Aldehyde machen sich durch einen angenehmen -Geruch bemerkbar. Sie sind die Geruchsträger in in verschiedenen ätherischen Ölen und Pflanzenteilen wie Vanille, Bittermandeln, Zitronengras, Anis usw.

Epiphyten
Die Kronen der Regenwaldbäume sind oft dicht bewachsen mit Aufsitzerpflanzen, den Epiphyten. Zu den Epiphytenarten zählen Moose, Flechten und viele verschiedene Bromelien- und Orchideenarten. Auf den Baumästen bilden diese Pflanzen dicke Polster. Die Ephyten entziehen den Bäumen, auf welchen sie wachsen, keine Nährstoffe. Sie bilden sich ihre eigene Humusschicht und haben Eigenschaften entwickelt, mit welchen sie Regenwasser sammeln können. Im Filtersystem ihrer Wurzeln und Haftorgane bleiben Nährstoffe und Staub hängen und bilden neues Substrat für andere Pflanzen und Lebensraum für viele Tiere.
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Kulturpflanze Vanille
Madagaskar
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