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Steinbruch und Bergwerk Lochezen Industriegeschichte am Walensee
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Steinbruch und Bergwerk Lochezen

Industriegeschichte am Walensee

Während rund 140 Jahren wurden an der Nordostecke des Walensees, westlich von Walenstadt, ein Stück Schweizer Industrie- bzw. Bergwerksgeschichte geschrieben. Ab 1861 wurde im Auftrag von Industriellen im Felsband unterhalb der Churfirsten im Kalkgestein aus den Helvetischen Decken abgebaut. Im Gebiet Locherzen - Seemühle wurde auch im Untertagebau Kalk und Marmor abgebaut. Es ist der einzige Ort in der Schweiz, wo der Kalkabbau unterirdisch geschah. Für den Abbau wurden einige Kilometer Stollen in den Berg getrieben.

Im Steinbruch Lochezen und den Bergwerken Lochezen - Seemühle wurde mit grossem Aufwand Kalk abgebaut. In anderen Kalksteinbrüchen wie in Netstal GL, in Wildegg AG oder in Holderbank AG wurde oder wird mit weniger materiellem und personellem Aufwand Kalkstein gewonnen.

In der Schweiz wurden im Untertagebau an zahlreichen Stellen (u.a Bex VS, Gonzen SG, Herznach AG) Erze, Mineralien und Salz gewonnen.

Vorerst im Übertagebau und später auch im Untertagebau wurde am Nordostufer des Walensees Kalk abgebaut. Mit Hilfe von Steinbrechern wurden die Gesteinsblöcke vor Ort zerkleinert und mit Rinnen, ungemauerten Schlittbahnen, gemauerten Rutschrinnen, Bremsbergen, Schrägaufzügen, Lastschiffen, Grubenbahnen sowie auf anderen Transportwegen und mit anderen Transportmitteln zu den Kalkfabriken unten am Walensee gebracht. In den Fabriken wurden die Gesteinsbrocken gemahlen und gebrannt. Der gebrannte Kalk wurde zu Bindemitteln oder Zement verarbeitet.

Zeitweise verarbeiteten drei Fabriken, erkennbar an den weit sichtbaren markanten Kaminschloten, an den Ufern des Walensees den Kalk zu den Produkten für die Bauwirtschaft.

Im Verlaufe von Jahrzehnten beteiligten sich immer wieder neue Investoren am Betrieb der Steinbrüche und Bergwerke in der Region Lochezen und Seemühle. Alte Betriebsabläufe wurden geändert, neue Technik eingesetzt, die Infrastrukturanlagen ausgebaut, umgebaut und verbessert. Mit der Zeit entstand im Berginnern ein ausgedehntes, verzweigtes Stollensystem mit zahlreichen Kavernen für den Abbau, die Zwischenlagerung und den Transport des Rohstoffs.

Während des zweiten Weltkrieges installierte die Schweizer Armee in den Stollen und Kavernen des Bergwerks ein Militärspital, welches sie autark mit Strom, Wasser, einer Seilbahn, einer Schifflände usw. betreiben wollte. Das Spital wurde glücklicherweise nie in Betrieb genommen. Es wurde nach dem Ende des Krieges vollständig demontiert und abtransportiert.

Zwei Naturereignisse suchten die Betriebsgelände der beiden Fabriken Lochezen und Seemühle (in den Öfen) heim. Ein Lawinenniedergang zerstörte Teile der Fabrik in der Lochezen. Ein gewaltiger Erdrutsch verschüttete zentrale Gebäude in der Kalkfabrik der Region Seemühle. Diese Fabrik wurde nicht wieder aufgebaut.

2001 wurde der Produktionsbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen im ganzen Areal eingestellt und die Mehrheit der Infrastrukturanlagen Stück für Stück abgebaut und beseitigt.

Von den ursprünglichen für den Betrieb notwendigen Gebäuden und Anlagen sind nur noch wenigen Zeugen im Gebiet Lochezen übrig geblieben. Auch im Gebiet Seemühle und Kaliforni gibt es nur wenig sichtbare Spuren der Bergwerksvergangenheit. Viele Spuren der ehemaligen Betriebsanlagen, welche nicht beseitigt wurden, sind heute von Wald und Gestrüpp überwuchert. Gut sichtbar sind auch heute noch die Abbauzonen des Übertagebaus. Besonders ins Auge fällt das riesige Felsfenster im Übergang zwischen dem Übertage- und dem Untertagebau sowie weitere Felsfenster aus den ehemaligen Betriebszeiten.

Der Zugang zum Abbauareal ist heute verboten. Geleitete Führungen ins Gelände und in die Tunnel werden von der Ortsgemeinde Walenstadt auf Anfrage organisiert. Auf dem "Grossen Platz" des Abbaugeländes betreiben gegenwärtig private Betriebe und staatliche Organisationen ein Testgelände für Steinschlagsschutznetze. Der Zugang zum Testgelände ist berechtigte Personen weiterhin über den "historischen" Schrägaufzug möglich.

Der Steinbruch und das Bergwerk Lochezen gehören zum GeoPark Sarganserland.

Geologie Schweiz
Schweiz: Geologisches Profil Churfirsten
GeoPark Sarganserland
Schweizer Tektonikarena Sardona
Eine ausführliche und mit vielen, auch historischen Bildern unterlegte Dokumention über die Industriegeschichte in der Lochezen am Walenensee finden Interessierte auf den Webseiten von «sarganserland-walensee.ch».

Unterhalb des Seerenwalds reichen Schichten der Zementstein-Formation und von Kieselkalk bis an die Ufer des Walensees. An verschiedenen Stellen wurden in diesem Gebiet früher Kalkgestein im Übertagebau abgebaut.

Die Zementstein-Formation besteht aus dunkelbeigegrauem, gelegentlich sandigem mergeligem Kalk oder schiefrigem Mergel.

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Externe Links
sarganserland-walensee.ch
Bergwerk/Steinbruch Lochezen, Cement- und Kalksteinfabrik Unterterzen CKU, Bergwerk Seemühle Walenstadt - Stollen, Bilder und Geschichte dieser Bergwerke
Geschichte der Bergwerke Seemühle und Lochezen 1
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