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2016: Wetter und Bürgerkrieg gefährden die Ernährungssicherheit

Im Juli und August 2016 gingen im Norden des Südsudans sehr starke Regenfälle nieder. Die Starkniederschläge haben die Verkehrswege zu Land und zu Wasser tagelang unterbrochen und den Handel mit Waren und die Verteilung von Nothilfe verhindert. Die Niederschlagstätigkeit verschob sich im Laufe des Monats September 2016 in den Süden des Landes.

Klima und Krieg bestimmen das Leben im Südsudan

Der Südsudan liegt in der wechselfeuchten tropischen Zone. Im Sommerhalbjahr fallen mehr Niederschläge als in den Wintermonaten. Die Niederschlagsspitzen liegen in der Regel im Mai und im August (siehe: Klimadiagramm von Juba). Während den Regenperioden sind die Strassenverbindungen und die Wasserwege häufig tagelang unpassierbar. Der Flusslauf des Weissen Nils und seine ufernahen Gebiete verwandeln sich in der Regenzeit in eine Sumpflandschaft. Die Warentransporte mit den Binnenschiffen werden oft unterbrochen.

Am 9.Juli 2016 brachen erneut schwere Kämpfe zwischen den verfeindeten Bürgerkriegsparteien aus. Die ohnehin schon dramatische humanitäre Situation im Land verschlimmerte sich drastisch. Die Hilfslieferungen an die notleidende Bevölkerung wurde nicht nur durch das Wetter, sondern auch zunehmend durch kriegsbedingte Ereignisse erschwert.

In den Teilstaaten Western Bahr el Ghazal, den drei Teilstaaten von Gross Equatoria sowie in und um die Hauptstadt Juba verunmöglichen weiterhin Kämpfe zwischen den Rebellenmilizen und Regierungstruppen ein geregeltes Alltagsleben.

In den flussnahen Flächen der westlichen und zentralen Regionen der Jonglei (Bor,Pibor) sowie den südöstlichen an Äthiopien grenzenden Gebieten von Upper Nile haben Überschwemmungen die Ernten teilweise vernichtet.

In der Region um Malakal in Upper Nile hat sich die Lage beruhigt. Warenimporte aus dem Sudan und die Hilfe der internationalen Gemeinschaft haben die Not der Menschen etwas gelindert. Allerdings lebt die Mehrheit der Bevölkerung im Teilstaat Upper Nile weiterhin mit Ernährungsdefiziten, mit einem grossen Grad an Mangelernährung und einem hohen Sterberisiko.

Die Transportwege sind teilweise unpassierbar

Die Juba-Nimule-Strasse ist die Haupthandelsroute für den Güteraustausch zwischen dem Südsudan und Uganda. Als Folge der kriegerischen Auseinandersetzung in und um Juba ist der Handel auf dieser Strecke eingebrochen. Eine ähnliche Entwicklung ist auf der Hauptstrasse von Rumbek über Wau nach Aweil zu beobachten. Anhaltende Kämpfe in der Region Wau haben den Warenaustausch und den Warenmarkt zum Erliegen gebracht. Der Lebensmittelmangel ist in Northern Bahr el Ghazal dramatisch. Seit Januar 2016 haben rund 90'000 Menschen Northern Bahr el Ghazal verlassen und sind in den Sudan geflüchtet. Die Einwohner von Northern Bahr el Ghazal verbrauchen auch in friedlichen Jahren mehr Lebensmittel als die Bauern in diesem Teilstaat erzeugen. Die Einwohner müssen auf den Märkten Lebensmittel zukaufen. Sie sind darauf angewiesen, dass die Transportwege aus dem Süden offen bleiben.

Preissteigerungern verschlimmern die Ernährungskrise

In den vom Krieg und den Überschwemmungen betroffen Regionen haben sich die Preise für die Grundnahrungsmittel wie Sorghumhirse vervielfacht. Gleichzeitig sind die Erträge aus dem Verkauf der Ernte und der erzeugten landwirtschaftlichen Produkte aufgrund der klimatischen und kriegerischen Ereignisse gesunken. Den Menschen steht weniger Geld zur Verfügung, um sich damit mit den lebenswichtigen Waren zu versorgen. In der Hauptstadt Juba stieg der Verkaufspreis von Sorghum von 144% im Juni 2016 auf 1'257% im August 2016 über der 5-Jahresmittelwert. Eine ähnliche Preisentwicklung wurde in Aweil (Northern Bahr el Ghazal) und Wau (Western Bahr el Ghazal) beobachtet. Die Marktpreise für Lebensmittel sind für die Menschen von grosser Bedeutung, weil sich die Mehrheit der Bevölkerung auf den Märkten mit Lebensmitteln eindecken muss.

Die Konsumentenpreisindex ist im Südsudan vom Juni bis August 2016 um durchschnittlich 77,7% pro Monat angestiegen. Das Land befindet sich in einer Phase der Hyperinflation, deren Grenzwert bei 50% pro Monat liegt.

Quelle: WFP Famine Early Warning System Network FEWS, 27. August 2016
Text: RAOnline
Somalia Regenfälle und Überschwemmungen im Frühjahr 2016
Äthiopien 2016 - Das Ende von «El Niño» bringt nach der Dürre die Flut

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FAO (UN Food and Agriculture Organization) Global Information and Early Warning System (GIEWS)
FAO Statistics UN OCHA (UN Office for the Coordination of Humanitarian Affairs)
UN OCHA South-Sudan Médecins Sans Frontières/Ärzte ohne Grenzen (MSF)
International Crisis Group ICG
Coalition to Stop the Use of Child Soldiers United Nations Mission in South Sudan (UNMISS)
Amnesty International WFP Famine Early Warning System Network FEWS
Amnesty International Schweiz Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
UNICEF Schweiz UNICEF
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