RAOnline EDU: Folgen des Klimawandel - Konflikte um Wasser, Nahrung und Rohstoffe
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Konflikte um Wasser, Nahrung und Rohstoffe
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Auswirkungen des Klimawandels
Konflikte um Wasser, Nahrung und Rohstoffe

Die Welt wird multipolar: Der Kampf um den Einfluss auf die Rohstoffvorkommen und Handelswege

Durch den Niedergang des Sowjetreiches am Ende des 20. Jahrhunderts wurde eine Phase der bipolaren globalen Machtstruktur beendet. Die U.S.A. verblieben als einzige Weltmacht übrig, welche aufgrund ihrer wirtschaftlichen und militärischen Stärke in der Lage war, die Weltpolitik entscheiden zu beeinflussen.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts beginnen sich die weltweiten Machtverhältnisse zu verschieben. Die Welt entwickelt sich wieder über ein bipolares (U.S.A. und China) möglicherweise in ein tripolares (U.S.A., China und Russland) oder gar multipolares Machtgefüge (U.S.A., China, Russland, Indien und Brasilien). Länder wie Brasilien oder Venezuela gewinnen aufgrund ihrer Rohstoffvorkommen wirtschaftlich und damit auch politisch an Bedeutung.

China und Afrika beeindrucken zu Beginn des 21. Jahrhunderts durch hohe Zuwachsraten ihrer Wirtschaft. Der Verteilkampf um die Rohstoffe, das Wasser und damit auch um die Nahrung tritt in eine neue Phase. Der Klimawandel wird den Verteilkampf verstärken und neue Konfliktherde schaffen. Die Welt wird unsicherer und die politischen Ereignisse werden unberechenbarer.Im 21. Jahrhundert wird es zu sozialen Umschichtungen kommen, warnen die Experten, welche den Weltfrieden gefährden.

Die Zeitung "Gulf Times" aus Dubai (V.A.E) hat im April 2014 einige der aktuellenKrisenherde auf dieser Welt in einen globalen Zusammenhang gestellt und die Hintergründe aufgezeigt. Die gewalttätigen Demonstrationen in Ägypten, Brasilien, Venezuela, Ukraine, Vietnam usw. und die lokalen Kriege in Syrien, Nordnigeria, Libyen, im Südsudan, usw. sind für die Zeitung Zeichen der weltweiten Umverteilung der Machtverhältnisse. Auch viele Konflikte, welche mit religiösen oder ethischen Hintergründen erklärt werden können, haben laut den Autoren des Zeitungsartikels ihre Wurzeln im Verteilkampf um Wasser und Rohstoffe. Der Kampf um die Rohstoffreserven, das Wasser und die globalen Handelswege zeigt seine Auswirkungen.

Aus dem Prozess der Umverteilung werdenneue Gewinner und Verlierer hervorgehen. Kapital aus den rohstoffreichen Ländern wie China, Russland, den ölreichen Staaten am Arabischen Golf usw. wird die Weltwirtschaft umgestalten. Die Verfügbarkeit von Wasser wird zunehmend eine grössere Rolle spielen.

Während sich weltweit immer grössere Bevölkerungsschichten an ihrem neu gewonnen Wohlstand und u.a. an den neuen digitalen Errungenschaften erfreuen, versinken immer mehr Menschen in den Teufelskreis der Armut. Die Geostrategen in den Machtzentren dieser Welt haben die Zeichen der Entwicklung längst erkannt. Sie verschieben ihre militärische Macht in die Zonen nördlich des Polarkreises und bauen fast unbemerkt von der Weltöffentlichkeit neue Häfen und Stützpunkte entlang der weltweiten Handelswege und in der Nähe von grossen Rohstoffvorkommen.

Der Klimawandel verstärkt das Ungleichgewicht auf dieser Welt

Der Klimawandel wird von den Politikern in den Polargebieten, den gletscherreichen Gebirgsregionen, den kleinen Inselstaaten im Pazifischen Ozean sowie in den ariden Wüsten und Steppengebieten nicht mehr angezweifelt. Die Folgen sind allgegenwärtig spürbar. Die Gletscher gehen zurück und das Polareis schmilzt.Die Wüste dehnt sich aus.

Da die Weltbevölkerung kontinuierlich steigt, erhöht sich auch die Wassernachfrage für den täglichen Gebrauch und vor allem für die Produktion von Lebensmitteln.

Experten sagen voraus, dass der Kampf um die Wasseranteile im 21. Jahrhundert ein grösseres Konfliktpotenzial darstellen wird als die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen.

Erste Anzeichen des Verteilkampfs um Wasser sind bereits zu Beginn des 21. Jahrhunderts erkennbar. Ein Teil der Weltbevölkerung nimmt die sich abzeichnende Gefahr noch nicht wahr.

Indische Militärexperten warnen vor den Folgen des Klimawandels. Lokale Kämpfe um die Wasserrechte können das Potenzial eines Weltkonflikts in sich bergen. In Indien selbst hat der Kampf um das Wasser bereits Hunderte von Todesopfern gefordert. Indien hat die Befestigungen entlang der Grenze zu Bangladesh massiv ausgebaut. Bangladesh leidet besonders stark unter den Folgen des Klimawandels. Der Klimawandel hat in diesem Land zu vielen Klima bedingten Extremereignissen geführt. Dürre- und Flutphasen haben in diesem Land im Delta des Ganges zugenommen. Indien befürchtet nun, dass sich Millionen von Bangladeshi aus Not ins grenznahe Indien verschieben könnten.

Die Militärs sind überzeugt, dass Wasser für die Menschen wichtiger ist als etwa Erdöl. Mit Wasser werden Agrarprodukte erzeugt, welche lebenswichtig sind. Menschen, welche über kein Wasser zum Trinken oder zum Anbau von Lebensmitteln verfügen, kämpfen um ihr Leben und sind zu allem bereit. Diese Menschen greifen zu jeder Waffe, welche ihnen angeboten wird. Die Machthaber eines Landes gefährden ihre eigenen Interessen, wenn sie die Einwohner nicht mit ausreichend Wasser versorgen. Jedes Land wird daher seine Wasseransprüche vehement verteidigen. Ein mögliche Konfliktlösungsstrategie zeigte Israel bei der Nutzung des Jordanwassers. Der Stärkere gewinnt.

Wasser ist ein entscheidender Faktor bei der wirtschaftlichen Entwicklung

Flüsse erhalten ihr Wasser durch Niederschläge (Schnee oder Regen) oder durch das Abschmelzen von Gletschereis. Bei allen multinationalen Flusssystemen (Bsp.: Amazonas, Indus, Brahmaputra, Nil, Niger, Mekong usw.), welche ihr Wasser aus Gebirgsregionen mit Gletschern oder aus Zonen mit intensiven Regenzeiten (Monsun) erhalten, wird die friedliche Aufteilung der Wasserrechte unter den Anrainerstaaten im Zeichen des Klimawandels zu einer vordringlichen Frage.

In den ariden Zonen werden Seen wie der Tschadsee oder der Aralsee mit zu wenig Wasser versorgt. Das Restwasser wird für die Landwirtschaft und die Industrie übernutzt. Der Grundwasserspiegel sinkt. Weite Landstriche veröden. Diese Situation schafft Gewinner und Verlierer.

Im der Himalayaregion ist zwischen den Atommächten China, Indien und Pakistan der Kampf um das von den Gletschern des höchsten Gebirges der Welt herabströmenden Gletscherwassers entbrannt. Die beiden grossen Flüsse Indus und Brahmaputra entspringen im der Himalaya- bzw. Karakorumregion. Das Wasser dieser Flüsse ist für Bangladesh, Indien und Pakistans überlebenswichtig. Die Korn- bzw. Reiskammern der drei Staaten sind auf die regelmässige Zufuhr von Flusswasser angewiesen. Durch das Abschmelzen der Himalayagletscher gelangt nicht mehr so viel Wasser in die Flüsse. Das Schmelzwasser der Gletscher sorgte bisher vor allem im Sommer für einen reichlichen Wassernachschub für die Flüsse. Seit das Gletscherwasser spärlicher fliesst, fehlt der ausgleichende Einfluss der Gletscher auf die Pegelstände der Flüsse. Die Menschen spüren die Auswirkungen der intensiven Monsunregenfälle und der Trockenphasen heute wesentlich stärker.

China hat nun in Tibet begonnen, das Flusswasser des Tsangpo (Brahmaputra) in Stauseen zu fassen. In Indien und Bangladesh steigt die Besorgnis, dass China eines Tages dieses Wasser nach Osten ableiten könnte.

Ein ähnlich hohes Konfliktpotenzial wie die Wasserverteilung am Brahmaputra bzw. Tsangpo hat der Kampf um die Wasserrechte am Indus. Indien ist vertraglich verpflichtet, einen sehr hohen Anteil des Induswassers nach Pakistan fliessen zu lassen. In Indien mehren sich nun die Stimmen, welche einen höheren Wasseranteil für die indische Kaschmirregion fordern.

Die Verteidigung der Wasserrechte steht ganz oben auf der Prioritätenliste in den strategischen Planspielen der Militärs in den Himalaya- und Karakorumstaaten.

Der Klimawandel öffnet neue Handelsweg und den Zugang zu neuen Rohstoffvorkommen

Ein weiteres Konfliktfeld entsteht in den arktischen Meeren. Durch den Rückgang der Eisbedeckung im Arktischen Ozean sind die Nordostpassage im Nördlichen Eismeer und die Nordwestpassage durch die Inselwelt Nordkanadas und die Barentssee jedes Jahr länger eisfrei. Die hohe Wahrscheinlichkeit, dass künftigweitere Rohstoffvorkommen in den Schelfregionen gefördert werden können, hat die Militärs der Anrainerstaaten mobilisiert. Die militärische Aufrüstung in der arktischen Zone wird intensiviert. Kanada, die Skandinavischen Staaten und Russland melden vehement und unmissverständlich territoriale Besitzansprüche (Ausdehunung der nationalen Hoheitsgebiete) an. Die UNO versucht, diese Ansprüche zu ordnen und zu koordinieren.

Im Pazifischen Ozean sind die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs deutlich spürbar. Die Kleinstaaten im Pazifischen Ozean suchen weltweit Geldgeber und politische Freunde, um den Folgen des Klimawandels besser begegnen zu können. Die aufstrebende Weltmacht China mit den durch den Wirtschaftsaufschwung prall gefüllten Staatskassen bietet sich immer häufiger als finanzieller Helfer für Infrastrukturprojekte an.

Die Militärstrategen in den U.S.A. richten sich bereits heute darauf ein, dass China künftig im Pazifischen Raum eine immer wichtigere Rolle spielen wird. Machtstrategische Überlegungen aber auch die Gedanken an die künftige Ausbeutung der Rohstoffvorkommen in den Gewässern der Inselstaaten lenken die Planungsarbeiten der Militärs und der Wirtschaft der beiden Grossmächte.

In der Antarktis halten sich die Vertragsstaaten mehr oder weniger an die ausgehandelten Vertragsbedingungen des alten Antarktisvertrages. Bisher ist es der Weltgemeinschaft nicht gelungen, sich auf ein neues Vertragswerk zu einigen. In den Gewässern um die Antarktis kreuzen Forschungsschiffe aus vielen Nationen. Die einflussreichsten Staaten der Welt unterhalten in der Antarktis eigene Foschungsstationen. Es ist keine Geheimnis, dass zahlreiche Forschungsaktivitäten weniger dem Schutz der antarktischen Tierwelt oder dem sich abzeichnenden Klimawandel gelten sondern Erkundung der Geologie. Auf dem Festland und in der Schelfregion der Antarktis werden reiche Rohstoffvorkommen vermutet. Ein neuer Antarktisvertrag, welche die friedliche Nutzung der Antarktis für die nächste Jahrzehnte regelt, ist vordringlich.

Text: RAOnline 2014
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