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Tropischer Regenwald: Waldzerstörung in Indonesien
Zerstörungen im Lore-Lindu-Nationalpark auf Sulawesi

Hohe Biodiversitätsverluste sogar in geschützten tropischen Wäldern

Wissenschaftler der Universität Göttingen haben mit den Resultaten ihrer Untersuchungen der Artenvielfalt im Lore-Lindu-Nationalpark auf Sulawesi (Indonesien) über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren zu dieser Studie beigetragen. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift Nature erschienen.

Geschützte Waldgebiete in den Tropen beherbergen zwar den weltweit grössten Artenreichtum in der Tier- und Pflanzenwelt, aber die Hälfte dieser Schutzgebiete hat in den vergangenen Jahrzehnten dramatische Verluste der Artenvielfalt erlitten. Als Hauptfaktor dafür gilt die Zerstörung der Wälder, wie eine Untersuchung von weltweit 60 tropischen Schutzgebieten zeigt. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben mit den Resultaten ihrer Untersuchungen der Artenvielfalt im Lore-Lindu-Nationalpark auf Sulawesi (Indonesien) über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren zu dieser Studie beigetragen. Die Ergebnisse sind in der renommierten Fachzeitschrift Nature erschienen.

Die Göttinger Forscher beobachteten innerhalb des Nationalparks tagtäglich illegale Nutzungen wie Holzeinschlag, Jagd und die Ernte von Rattan. Sogar grossflächige Zerstörungen des Waldes gehörten dazu. Zustande kamen diese durch die Ansiedlung von tausenden Menschen und das Abholzen von tausenden Hektar Regenwald. Die Zerstörung und Schädigung des Nationalparks ging einher mit einer zunehmend intensiven Landnutzung im Randbereich des Parks, wie es bei fast allen 60 untersuchten Schutzgebieten zu beobachten war. In Indonesien geschah dies beispielsweise durch das Fällen ökologisch wichtiger Schattenbäume in Kakao-Agroforstsystemen.

"Grosse Tiere und Bäume sowie Süsswasserfische und Amphibien erwiesen sich als die Gruppen, bei denen in mehr als der Hälfte der Schutzgebiete Verluste bei den Individuenzahlen zu beobachten waren.

Interessanterweise ging die Zerstörung des Lebensraums innerhalb der Schutzgebiete eng mit Zerstörungen ausserhalb der Schutzgebiete einher. Deshalb fordern wir eine umweltverträgliche Landnutzung und Pufferzonen rund um die Schutzgebiete", sagt Prof. Dr. Teja Tscharntke, Agrarökologe an der Universität Göttingen und einer der Koautoren der Studie.

Prof. Tscharntke plädiert ausserdem für ein besseres Nationalpark-Management: "Der Schutz der Nationalparks kann sich nicht auf gesetzliche Regelungen verlassen, der Staat muss ihn auch durchsetzen. Ich begrüsse aktuelle Initiativen in Indonesien, ein Pufferzonen-Konzept für die grossen Schutzgebiete zu entwickeln."

Originalveröffentlichung:

W. F. Laurance et al. (2012): Averting biodiversity collapse in tropical forest protected areas. Nature, DOI: 10.1038/nature11318.

Quelle: Text Georg-August-Universität Göttingen , Fakultät für Agrarwissenschaften, 2012

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