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British Antarctic Survey (BAS)
Eisforschung in der Antarktis
West-Antarktis: Rascher Rückgang des Thwaites-Gletschers

In der West-Antarktis fliessen die Inlandgletscher immer schneller in Richtung Meer. Diese Gletschervorstösse liefern einen wichtigen Beitrag zum Anstieg des Meeresspiegels.

Der Thwaites-Gletscher in der Westantarktis verliert seit Jahren viel Eis. Der Gletscher erstreckt sich über eine Fläche von rund 240'000 km2. Der Gletscherstrom fliesst innerhalb eines rund 120 km langen Küstenstreifens ins Amundsen-Meer. Ein Drittel der Eismassen des Gletscherstroms fliesst weniger schneller meerwärts als der Rest des Gletschers. Ein vor der Küste vorgelagertes und von einem Unterwasserberg fixiertes Schelfeis hindert dieses Drittel rasch ins Meer zu gleiten. Diese Staulage vermindert die Zuflussgeschwindigkeit des Gletscher und stabilisiert so die Eismassen bis weit in antarktische Hinterland.

Larsen

Ein international Team von Wissenschaftler/innen hat herausgefunden, dass ins Meer fliessende Gletscherzunge von warmem Meerwasser unterspült und erodiert wird. Als Folge dieser Entwicklung fliesst der Gletscher schneller und zersplittert so rascher in Einzelteile. Es besteht die Gefahr, dass der Gletscherstrom kollabiert und sich sein Eis so noch schneller in Wasser auflöst. Ein solcher Vorgang hätte einen grossen Einfluss auf den Anstieg des Meeresspiegels.

Der Thwaites-Gletscher trägt schon heute rund 4% zum jährlichen Anstieg der Weltmeere bei. Die Eisschmelze in der Antarktis ist zu einem sehr grossen Teil für den Anstieg der Weltmeere verantwortlich. Falls der Thwaites-Gletscher in sich zusammenbrechen und schmelzen würde, könnten sich der Meeresspiegel nach diesem Ereignis in wenigen Jahren über 60 cm anheben und so weltweit Millionen von Menschen in den Küstenregionen extremen Überschwemmungsgefahren aussetzen.

Der Thwaites-Gletscher bedeckt gegenwärtig eine Fläche, welche der Grösse von Grossbritannien entspricht. Der Gletscherstrom hat sich in den letzten 30 Jahren dramatisch verändert. Die Geschwindigkeit, mit welcher das Gletschereis zum Ozean hin fliesst, hat sich in dieser Zeitspanne verdoppelt. Der Gletscherstrom wird gegenwärtig von einem von ihm selbst gebildeten Schelfeise zurückgehalten. Das vorgelagerte Schelfeis wird durch einen unter dem Meeresspiegel aufsteigenden Berg festgehalten.

Das Thwaites-Schelfeis wird von verschiedenen Seiten her destabilisiert. Von unten her wird das Schelfeis vom warmem Meerwasser abgeschmolzen, was den Halt am Unterwasserberg vermindert. Die Zufuhr von für antarktische Verhältnis warmem und salzhaltigem Meerwasser wird durch die Gezeitenströme noch verstärkt. Das Schelfeis bewegt sich in den Randzonen im Meerwasser auf und ab. Die Eisschichten verbiegen sich oder dehnen sich aus. In der Zone, wo das Schelfeis das Grundgestein berührt, treiben diese mechanische und thermische Prozesse Tunnel und Kanäle in den Eiskörper. Durch diese Kanäle fliesst ,angetrieben durch den Gezeitentakt, warmes Wasser hindurch und hilft dabei mit, das Gletscherschmelzen zu beschleunigen.

Als Folge der ausserordentlichen Eisbewegungen bilden sich im Eiskörper riesige Spalten, welche sich allmählich über die gesamte Eisfläche ausbreiten. Das Forscherteam der International Thwaites Glacier Collaboration (ITGC) nimmt an, dass das Thwaites-Schelfeis bei einer unveränderten Geschwindigkeit der Eiserosion in in den nächsten 20 Jahren auseinanderbrechen wird. Das Auseinanderbrechen hätte schwerwiegende Auswirkungen auf die Stabilität des Thwaites-Eisstroms und somit auf den Anstieg des Meeresspiegels.

Die International Thwaites Glacier Collaboration (ITGC) ist ein 5 Jahre lang dauernden Forschungsprojekt, an welchem über 60 Forscherinnen und Forscher sowie Studentengruppen aus Grossbritannien und den U.S.A. beteiligt sind. Am Projekt arbeiten Forschergruppen aus zahlreiche Forschungsorganisationen und - instituten wie u.a. der Oregon State University, der Cornell University, dem Lewis and Clark College, der University of St. Andrews, dem Cooperative Institute for Research in Environmental Sciences (CIRES) in Boulder (CO, U.S.A) und dem British Antarctic Survey (BAS)

Das Projekt verfolgt das Ziel, viele Messdaten über das gesamte Gletscherfläche und das angrenzende Meeresgebiet zu sammeln. Mit den ermittelten Daten fliessen in Modellrechnungen ein, mit welchen das Verhalten des Eisstroms verfolgt und die Zukunft des Schelfeises vorhergesagt werden kann.

Quelle: British Antarctic Survey (BAS)
aus British Antarctic Survey (BAS), The threat from Thwaites, the retreat of Antartica's riskiest glacier, 14. Dezember 2021
Text: RAOnline
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