|
Statistik
Schweiz: Schweizerische Arbeitskräfteerhebung 2004 |
|
|
Schweizerische
Arbeitskräfteerhebung 2008 |
|
|
Starke
Zunahme bei den Erwerbstätigen |
Im
zweiten Quartal 2008 zählte die Schweiz 4,229 Millionen Erwerbstätige,
das sind 2,6 Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Gegenüber dem Vorjahr
ging die Erwerbslosenquote von 3,6 auf 3,4 Prozent zurück. Aufgrund
der demografischen Alterung nimmt die Zahl der Erwerbstätigen in den
höheren Altersklassen laufend zu. Zudem sind die Erwerbstätigen
immer besser ausgebildet, obwohl nach wie vor grosse Unterschiede zwischen
Männern und Frauen bestehen. Die Teilzeitarbeit nimmt weiterhin zu,
insbesondere bei den Männern. Im Bereich der Arbeitsbedingungen verzeichnen
die befristeten Arbeitsverträge und die Arbeit auf Abruf einen Anstieg
und die Arbeitszeiten sind flexibler. Soweit die wichtigsten Ergebnisse
der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung 2008 des Bundesamtes für
Statistik (BFS).
 |
|
Deutlich
mehr Erwerbstätige |
 |
Gemäss
der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) zählte die Schweiz
im zweiten Quartal 2008 rund 4,229 Millionen Erwerbstätige (ohne Grenzgängerinnen
und Grenzgänger, Kurzaufenthalterinnen und Kurzaufenthalter sowie
Personen im Asylprozess). Dies sind 107'000 Personen oder 2,6 Prozent mehr
als im Vorjahr. Gleichzeitig reduzierte sich die Zahl der Erwerbslosen
um 5,9 Prozent auf 147'000 Personen. Die Zahl der Nichterwerbspersonen
verzeichnete nur einen geringen Rückgang (-0,3%; -7000). Aufgrund
dieser Entwicklungen stieg die Erwerbsquote (Anteil der Erwerbstätigen
und Erwerbslosen an der Bevölkerung ab 15 Jahren) im zweiten Quartal
2008 um 0,6 Prozentpunkte auf 68,2 Prozent.
 |
|
Erwerbstätige
werden immer älter |
 |
Die
Zahl der Erwerbstätigen nahm in allen Altersklassen zu. Aufgrund der
demografischen Alterung verzeichneten die hohen Altersklassen den grössten
Anstieg: Zwischen dem zweiten Quartal 2007 und dem zweiten Quartal 2008
stieg die Anzahl der Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren
um 1,2 Prozent an (+7000), bei den 25- bis 39-Jährigen um 2,3 Prozent
(+32'000) und bei den 40- bis 54-Jährigen um 2,7 Prozent (+40'000).
Die stärkste prozentuale Zunahme verzeichnete die Altersklasse der
55- bis 64-Jährigen mit 2,9 Prozent (+18'000). Die Zahl der Personen,
die über das gesetzliche Pensionsalter hinaus erwerbstätig bleiben,
erhöhte sich um 10 Prozent (+11'000). Die meisten 65-jährigen
oder älteren Erwerbstätigen führen eine selbstständige
Tätigkeit aus (44%) oder arbeiten im Betrieb eines Familienangehörigen
(17%). Die entsprechenden Anteile bei den 15-64-Jährigen betragen
lediglich 13 Prozent und 1,5 Prozent.
 |
|
Teilzeitarbeit
gewinnt an Bedeutung |
 |
Im
zweiten Quartal 2008 arbeitete ein Drittel der Erwerbstätigen Teilzeit.
Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Zunahme von 5,4 Prozent
(+72'000 Personen). Bei den Vollzeitbeschäftigten betrug diese Zunahme
bloss 1,2 Prozent (+35'000). Der Anteil der teilzeitbeschäftigten
Frauen (57%) liegt weiterhin deutlich über jenem der Männer (13%).
Der Anstieg zwischen 2007 und 2008 war bei den Männern hingegen klar
grösser als bei den Frauen (+9,3% gegenüber +4,4%). Besonders
signifikant war die Zunahme bei den Männern mit Beschäftigungsgraden
zwischen 50% und 90% (+12%; Beschäftigungsgrad unter 50%: +6,2%).
Bei den Frauen stieg die Zahl der Erwerbstätigen mit einem Beschäftigungsgrad
unter 50% am stärksten an (+5,1% gegenüber +3,8% mit Beschäftigungsgrad
über 50%).
 |
|
Nach
wie vor wenig Frauen in höheren Kaderfunktionen |
 |
Trotz
einer Zunahme um 5,1 Prozent gegenüber 2007 sind die Frauen bei den
Führungskräften nach wie vor schwach vertreten (Frauen: 4,4%
der Erwerbstätigen; Männer: 8,5%). In einer höheren Position
kann der Beschäftigungsgrad nur eingeschränkt reduziert werden.
83 Prozent der Führungskräfte arbeiten Vollzeit (Frauen: 61%;
Männer: 92%). Zudem üben weiterhin weniger Frauen als Männer
einen akademischen Beruf aus (15% gegenüber 22%), auch wenn die Zahl
der Frauen deutlich stärker angestiegen ist (+9,8%; Männer: +4,8%).
 |
|
Bildungsniveau
der erwerbstätigen Bevölkerung immer höher |
 |
Das
Bildungsniveau der Erwerbstätigen steigt weiter an: 32 Prozent verfügten
2008 über eine Ausbildung auf tertiärstufe gegenüber 30
Prozent im Jahr 2007 und 22 Prozent vor zehn Jahren. Obwohl die männlichen
Arbeitskräfte nach wie vor ein höheres Ausbildungsniveau aufweisen,
ist ein Aufholungseffekt festzustellen: Innerhalb von zehn Jahren hat sich
der Anteil der erwerbstätigen Frauen mit tertiärausbildung beinahe
verdoppelt, während jener der Männer um 29 Prozent angestiegen
ist.
 |
|
Mehr
befristete Arbeitsverträge und Anstieg der Arbeit auf Abruf |
 |
Zwischen
dem zweiten Halbjahr 2007 und dem zweiten Halbjahr 2008 hat die Anzahl
befristeter Arbeitsverträge um 8,6 Prozent (+18'000) zugenommen. Neun
von zehn Erwerbstätigen (92%) verfügten jedoch über einen
unbefristeten Arbeitsvertrag, der somit weiterhin Standard bleibt. Die
Arbeit auf Abruf erhöhte sich 2008 um 8,0 Prozent (+17'000) und betraf
6,4 Prozent der Arbeitnehmenden.
 |
|
Flexiblere
Arbeitszeiten |
 |
Im
zweiten Halbjahr 2008 konnten mehr als zwei von fünf Arbeitnehmenden
(43%) von flexiblen Arbeitszeiten profitieren, d.h. sie konnten den Beginn
und das Ende ihres Arbeitstages selber bestimmen. Gegenüber dem Vorjahr
entspricht dies einer Zunahme von 6 Prozent. Von den flexiblen Arbeitszeiten
profitierten deutlich weniger Frauen als Männer (35% gegenüber
50%). Bei mehr als der Hälfte der Arbeitnehmenden mit flexiblen Arbeitszeiten
(54%) ist die Arbeitszeit auf Wochen- oder Monatsbasis geregelt, bei 22
Prozent auf Jahresbasis und 24 Prozent haben keine formellen Vorschriften.