Kleidung |
Dieser
Kälte begegnen sie mit der Entwicklung genial konstruierter Kleidungsstücke.
Diese werden aus Tierdärmen, Fischhaut und Fellen von Bären,
Seehunden oder Karibus (nordischen Hirschen) gefertigt. Auch ihre hohen,
eng geschnürten Stiefel aus Leder sind typisch und ermöglichen
ihnen neben dem optimalen Schutz vor der Kälte auch einen angenehmen
Gang auf dem tiefen Schnee. Bevor das harte Leder verarbeitet wird, wird
es durch Kauen geschmeidig gemacht. So können sie auch bei minus 50
Grad und kälter ihre Behausungen verlassen. Wie schon gesagt, sind
die Frauen für die Herstellung der Kleidung verantwortlich. Sie erfüllen
damit nicht nur funktionale, sondern auch spirituelle und symbolische Aspekte.
Sie glauben, dass die toten Tieren in der verarbeiteten Kleidung weiterleben
und ihre Fähigkeiten auf den Träger der Kleidung übertragen.
So unterstützt die Näherin auch die Versöhnung zwischen
Mensch und erlegtem Tier.
Wohnen |
Ein
anderer Grund, warum die Inuit an den Küsten leben ist natürlich
das Meer. Sie sind Jäger und Fischer und zumindest in dem langen,
arktischen Winter leben sie fast ausschliesslich von Robben, die
sie mit den täglichen Notwendigkeiten, wie Nahrung, Baumaterial, Brennstoff
und Kleidung, versorgen. Die Inuit verwerten die erlegten Tiere vollständig
und halten sich während der Jagd an strenge Regeln.
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Auch
ihre Zelte (im Sommer) werden z.T. aus Robbenhaut und -sehnen gebaut.
Als Behausungen der Inuit bekannter sind wohl die Iglus (d.h. Schneehaus).
Mit einem Messer aus Tierknochen werden riesige Stücke aus dem Eis
geschnitten und anschliessend so aufeinander geschichtet, dass sie einen
kleinen, rundlichen Raum ergeben, in dem die Inuit vor Frost und Wind geschützt
sind. Auch die grossen Schlitten fallen einem in der Ausstellung
sofort ins Auge. Sie dienen der Fortbewegung an Land und werden meistens
von Hunden gezogen. Auch Babys werden in extra kleinen Schlitten
transportiert. |
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Das
gesamte erste Lebensjahr verbringen sie, eingewickelt in dicke Felle auf
einem solchen Schlitten. Da die Lebensbedingungen in der Arktis so hart
sind, helfen auch Kinder schon bei der anfallenden Arbeit. Doch nebenbei
bleibt immer noch viel Zeit für die verschiedensten Spiele. So kennen
die Inuit ähnliche Beschäftigungen, wie wir, z.B. Jonglieren,
Seilspringen oder Tau ziehen.
Sommerarbeiten |
Die
kurzen Sommermonate werden für wirtschaftliche Aktivitäten genutzt.
Grosse Meeressäugetiere werden gejagt und kleinere Pflanzen
und Beeren, wie zum Beispiel die Blaubeere gesammelt. In dieser
Zeit leben die Inuit wie Nomaden in Tupiks (d.h. Zelt) aus
Karibufellen und Robbenhäuten. Diese sind nicht besonders breit, d.h.
die Bewohner leben dicht aufeinander. Dadurch kommt eine angenehme Wärme
zustande.
Wandel |
Wie
die meisten Naturvölker sind auch viele Inuit von der westlichen Wirtschaft
überrumpelt worden. Grönland zum Beispiel ist heute von einem Mischvolk bewohnt. Es trägt zwar noch "eskimoische" Züge, ist aber durchsetzt
mit den Spuren sämtlicher Eindringlinge. Aus kühnen Jägern
und Schlittenhundführern sind Angestellte der grossen Fischfabriken
geworden. Der rasche Wechsel dieses Naturvolkes ins Industriezeitalter
und das Aufdrängen des Christentums und fremder Rechts- und
Moralvorstellungen hat den Menschen ihre eigene Identität genommen.
In der kurzen Zeit waren sie unfähig, sich anzupassen und Arbeitslosigkeit
und Alkoholismus haben auch hier erschreckende Masse angenommen. 1721 erklärte Dänemark Grönland zur Kolonie. Die Inuit mussten
anfangen auf Wahlfangschiffen zu arbeiten. Viele Inuit-Frauen verdienten
ihr Geld als Prostituierte, um die Familie zu unterstützen.