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Armut
von Kindern und Jugendlichen: eine soziale Zeitbombe!
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«Jung
und arm: das Tabu brechen!» heisst der neueste Bericht der Eidgenössischen
Kommission für Kinder- und Jugendfragen (EKKJ), der am 28. August
2007 veröffentlicht wurde. Darin prangert die Kommission die zunehmende
materielle Unsicherheit an, von der ein wichtiger und unvermuteter Teil
der Gesellschaft betroffen ist: Fast 45% der Sozialhilfeempfänger/innen
in der Schweiz sind heute Kinder und Jugendliche. Um diese besorgniserregende
und oft verkannte Realität zu erhellen, rückt die EKKJ Kinder
und Jugendliche in den Mittelpunkt. Sie sollen nicht mehr nur als Teil
einer armutsbetroffenen Familie, sondern für sich selbst wahrgenommen
werden. Die EKKJ fordert eine echte nationale Politik zur Bekämpfung
von Armut, um die tickende gesellschaftliche Zeitbombe zu entschärfen.
Die Kommission erhebt eine Reihe von politischen Forderungen, die auf das
Kleinkindalter, Bildung, Gesundheit und Familienpolitik zielen. |
Armut
und soziale Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen sind in der Schweiz
immer noch Tabuthemen. Neuesten Zahlen zufolge sind aber fast 45% aller
Sozialhilfeempfängerinnen und -empfänger in der Schweiz jünger
als 25 (gegenüber 1,5% die älter als 65 sind). Ihre Eltern sind
arbeitslos, sie leben mit alleinerziehenden Eltern, haben einen Migrationshintergrund
oder wachsen mit mehr als zwei Geschwistern auf. Noch fataler für
die Zukunft ist allerdings die Tatsache, dass 70% der jugendlichen Sozialhilfeempfängerinnen
und -empfänger keine Berufsausbildung abgeschlossen haben.
Die
wirtschaftliche und gesellschaftliche Integration der jungen Generationen
ist für die Zukunft der Schweiz von enormer Bedeutung. Die EKKJ verlangt,
dass die Bekämpfung der Kinder- und Jugendarmut auf nationaler Ebene
mit höchster Priorität angegangen wird.
Um
Armut zu verhindern und ihre Folgen zu bekämpfen, schlägt die
Kommission u.a. folgende Massnahmen vor:
Stärkeres Engagement der öffentlichen Hand in Zusammenarbeit
mit der Wirtschaft, um die familienergänzende Kinderbetreuung im vorschulischen
und schulergänzenden Bereich massiv auszubauen; gleicher Zugang für
alle zum gesamten Leistungsangebot, unabhängig vom soziökonomischen
und kulturellen Hintergrund der Familie.
Hausaufgabenhilfe flächendeckend einführen und so Schülerinnen
und Schüler mit schulischen und sozialen Problemen unterstützen.
Verantwortung des Staates bei der beruflichen Integration von Jugendlichen
stärken: Jugendliche sollen ab der Mittelstufe 1 bis zur dauerhaften
Integration in die Arbeitswelt betreut und gecoacht werden.
Kreditinstitute dazu anregen, 1% des Umsatzes für Budget- und Schuldenberatung
einzusetzen.
Einführung von Ergänzungsleistungen für einkommensschwache
Familien in allen Schweizer Kantonen
Bewegungsräume für Kinder und Jugendliche schaffen und ihnen
die Möglichkeit bieten, sich gesund und ausgewogen zu ernähren.
Kinder-
und Jugendarmut ist kein unabwendbares Schicksal. Deshalb setzt sich die
EKKJ für eine nationale Politik zur Bekämpfung der Armut ein,
damit mittelfristig verheerende soziale Folgen ausbleiben. Es ist an der
Zeit, den Generationenvertrag zu Gunsten der Jungen zu überdenken.
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