Nach
intensiven Voruntersuchungen mit Radarmessungen zur Untersuchung des Grundgesteins,
welche vom Geografischen Instituts der Universität Zürich ausgeführt
wurden, hat sich ein interantionales Forscherteam für eine Eiskernbohrung
im Bereich des Colle Gnifetti im Monte Rosa-Massiv entschieden.
Die
ausgewählte Bohrstelle musste einige Grundbedingungen (geringe Schneeansammlung,
akzeptable Oberfläche- und Grundbeschaffenheit usw. erfüllen.
Der
Bohrplatz liegt ziemlich exponiert in der Nähe des südwestlichen
Eisrandes. Die Forscher nehmen an, dass der obere Teil der Fläche,
worauf der Bohrplatz eingerichtet wurde, in absehbarer abbrechen und ins
rund 2500 m tiefer gelegen italienische Anza-Tal abrutschen wird.
Die
Forschungsarbeiten wurden von Mitarbeitern des Physikalischen Instituts
der Universität Bern, der LGGE (CRNS-Grenoble) und vom Geografischen
Instituts der Universität Zürich.
Im
Herbst 2005 bargen die Wissenschaftler nach einer Bohrung, welche durch
das Gletschereis bis zum Grundgestein vorangetrieben wurde, einen 62 m
langen Eisbohrkern von guter Eisqualität.
Erste
Eisdatierungen zeigten, dass an der Gletscheroberfläche nur eine geringe
jährliche Eiszunahme festgestellt wurde. Die Eismassen in der Nähe
des Grundgesteins entstanden im Mittelalter (1000 - 1450) oder gar noch
früher. |